Deodorant nach der Rasur: Warum es brennt und welche Inhaltsstoffe man vermeiden sollte
Das kennen wir alle. Man kommt aus der Dusche, die Achseln sind frisch rasiert und glatt, und man greift instinktiv nach dem Deo. Wenige Sekunden später spürt man es: dieses stechende Brennen, gefolgt von Stechen und Rötung.
Warum brennt ein Produkt, das eigentlich für Frische sorgen soll, so stark? Die Antwort liegt in Chemie und Biologie. In diesem Artikel erklären wir genau, warum Deodorant nach der Rasur oft ein Fehler ist, welche Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind und wie Du Ihre empfindliche Achselhaut schützen kannst.
Das Kernproblem: Mikroverletzungen
Egal wie sanft der Rasierer ist, Rasieren ist eine Form des mechanischen Peelings. Die Klinge entfernt zwar die Haare, trägt aber auch die oberste Hautschicht ab und erzeugt unsichtbare Mikroverletzungen .
Unmittelbar nach der Rasur ist die Hautbarriere geschwächt. Die Haut ist durchlässig und nimmt leicht Substanzen auf. Trägt man nun aggressive chemische Produkte wie Antitranspirantien auf diese gereizte Haut auf, dringen die Inhaltsstoffe tiefer ein als beabsichtigt und reizen die Nervenenden.
Die 3 wichtigsten Inhaltsstoffe, die Du auf frisch rasierter Haut vermeiden solltest
Basierend auf dermatologischen Bewertungen gibt es drei Hauptkategorien von Inhaltsstoffen in herkömmlichen Antitranspirantien, die für frisch rasierte Haut ungeeignet sind.
1. Aluminiumsalze (Aluminium-Zirkonium-Octachlorohydrex-Glycin)
Dies ist der Wirkstoff in den meisten Antitranspiranten. Er wirkt, indem er die Schweißdrüsen vorübergehend verengt oder verstopft, um die Feuchtigkeitszufuhr zu stoppen.
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Das Problem: Auf unversehrter Haut ist es unproblematisch. Auf frisch rasierter Haut mit Mikroverletzungen wirkt es aggressiv.
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Die Folge: Es kann sofort zu Stechen, Brennen, Juckreiz und Rötungen führen. Aus diesem Grund raten Dermatologen häufig davon ab, Antitranspirantien unmittelbar nach der Haarentfernung anzuwenden.
2. Hoher Duftstoffgehalt (der größte Reizstoff)
Wir alle möchten nach frischer Baumwolle oder Vanille duften, doch Duftstoffe sind das häufigste Allergen in Hautpflegeprodukten. Achten Sie auf diese gängigen Inhaltsstoffe auf der Verpackung:
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Parfum / Duft
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Limonen
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Linalool
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Linalylacetat
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Vanillin
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Pinen
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Tetramethylacetyloctahydronaphthaline (synthetischer Moschus)
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Das Problem: Nach der Rasur ist die Haut deutlich durchlässiger. Duftmoleküle dringen leicht in die Mikroverletzungen ein.
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Die Folge: Dadurch besteht ein hohes Risiko für Sensibilisierungen und allergische Reaktionen. Was dich im Normalfall nicht stört, kann am Rasiertag einen Hautausschlag verursachen.
3. Phenoxyethanol
Dies ist ein gängiges Konservierungsmittel, das verwendet wird, um das Bakterienwachstum im Produkt zu verhindern.
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Das Problem: Bei allgemeiner Anwendung ist es zwar sicher, kann aber auf bereits geschädigter Haut zusätzliche Reizwirkungen hervorrufen.
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Das Ergebnis: Für sich genommen ist es nicht unbedingt ein „Klartext“, aber in Kombination mit Aluminium und schweren Duftstoffen trägt es zu dem brennenden Gefühl unter den Armen bei.
Aber was ist mit „beruhigenden“ Inhaltsstoffen?
Auf Deiner Deodorantflasche findest Du vielleicht Inhaltsstoffe wie Panthenol , Squalan oder Aloe Vera. Müssten diese nicht helfen?
Diese Inhaltsstoffe wirken zwar positiv und beruhigend, sind aber in einer herkömmlichen Deodorant-Formulierung meist nicht ausreichend, um die durch Aluminium und Duftstoffe verursachte Hautreizung auszugleichen. Sie sind zwar ein netter Bonus, machen aus einem aggressiven Antitranspirant aber keinen sanften Aftershave-Balsam.
Das Urteil: Kann ich es verwenden?
Hier die Zusammenfassung basierend auf dem Zutatenprofil:
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Als Deodorant (auf unversehrter Haut): OK.
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Als Antitranspirant (gegen Schweiß): Wirksam.
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Unmittelbar nach der Rasur: Generell ungeeignet.
Die Lösung: So bleibst Du frisch, ohne zu brennen
Wenn Du das Stechen und die roten Beulen vermeiden möchtest, befolge diese einfachen Regeln:
1. Die 12-24-Stunden-Regel
Verzichte nach der Rasur 12 bis 24 Stunden lang auf die Anwendung von Antitranspiranten oder stark duftenden Deodorants. So hat Deine Hautbarriere Zeit, sich zu regenerieren.
2. Abends rasieren.
Das ist der ultimative Trick: Rasiere deine Achseln abends vor dem Schlafengehen. Trage anschließend eine beruhigende, parfümfreie Feuchtigkeitscreme auf (kein Deo!). Am nächsten Morgen ist deine Haut so weit erholt, dass du dein gewohntes Deo problemlos verträgst.
3. Was Du stattdessen verwenden können
Direkt nach der Rasur braucht Deine Haut Pflege, kein Parfüm. Achte auf Produkte mit folgenden Inhaltsstoffen:
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Barriere-stärkende Lipide
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Entzündungshemmende Mittel (wie Zink oder Bisabolol)
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Minimalistische Rezepturen (Ohne Alkohol, ohne Aluminium, ohne Duftstoffe)