Die Herausforderung echter Nachhaltigkeit: Wie Greenwashing plastikfreie Rasierer behindert
Nachhaltigkeit ist heutzutage eines der wichtigsten Verkaufsargumente – zumindest auf den ersten Blick. Doch wer sich intensiver damit auseinandersetzt, erkennt, wie schwierig es ist, wirklich nachhaltige Innovationen zu etablieren. Die Flut vermeintlich „grüner“ Produkte hat nicht nur das Vertrauen der Verbraucher in Nachhaltigkeitsversprechen untergraben, sondern auch die Sichtbarkeit echter, nachhaltiger Alternativen verdrängt. Das Problem dahinter: Greenwashing.
Was ist Greenwashing?
Greenwashing bezeichnet die Praxis, Produkte oder Unternehmen umweltfreundlicher darzustellen, als sie tatsächlich sind. Oft genügen wenige grüne Schlagwörter oder Bilder, um den Eindruck zu erwecken, ein Produkt sei nachhaltig. Bei genauerer Betrachtung sind diese Produkte jedoch kaum umweltfreundlicher als herkömmliche, umweltschädliche Produkte. Die Folge: Verbraucher werden getäuscht, und wirklich nachhaltige Ansätze gehen in der Masse der Greenwashing-Produkte unter.
Warum echte Nachhaltigkeit auf dem Markt verloren geht
Die Dominanz von Greenwashing-Produkten hat weitreichende Konsequenzen – für die Umwelt, die Verbraucher und für Unternehmen, die echte nachhaltige Innovationen vorantreiben.
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Verlust des Verbrauchervertrauens:
Die Verbraucher werden zunehmend skeptisch. Immer wieder stoßen sie auf vermeintlich nachhaltige Produkte, die bei genauerer Betrachtung kaum die versprochenen Leistungen erbringen. Infolgedessen leiden auch Unternehmen, die wirklich nachhaltige Lösungen anbieten. -
Mangelnde Sichtbarkeit:
Echte Innovation braucht Raum, um sich zu entwickeln und sichtbar zu werden. Doch die Regale im Handel werden oft von etablierten Marken dominiert, die sich nur oberflächlich mit „grün“ präsentieren. Anstatt Innovation und nachweisbare Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt zu stellen, entscheiden oft kurzfristige wirtschaftliche Interessen darüber, welche Produkte ins Regal kommen. Dadurch erhalten neue Lösungen von vornherein keine Chance. -
Unzureichende Prüfung neuer Produkte:
Anträge für neue Produkte werden oft pauschal abgelehnt, ohne dass die besonderen Vorteile wirklich geprüft werden. Innovationen, die tatsächlich etwas bewirken könnten, werden so leichtfertig verworfen. Gleichzeitig finden Produkte, die weit von echter Nachhaltigkeit entfernt sind, ihren Platz im Handel – vor allem dank starker Marketingkampagnen. -
Der Preis wahrer Nachhaltigkeit:
Nachhaltige Materialien, faire Produktionsbedingungen und innovative Ansätze haben ihren Preis. Diese Produkte sind oft teurer in der Herstellung als ihre konventionellen Pendants und müssen mit umweltfreundlichen Alternativen konkurrieren, die in der Regel günstiger angeboten werden können.
Der Fall mit dem Rasiermesser: Ein konkretes Beispiel
Jährlich werden Milliarden von Patronen verkauft, die fast ausschließlich aus fossilem Kunststoff bestehen. Diese Patronen sind weder recycelbar noch umweltfreundlich zu entsorgen. Die Folge: Tonnen von Plastikmüll, der unsere Umwelt verschmutzt.
Unsere Lösung? „Es hält, was es verspricht.“ Der weltweit erste Systemrasierer mit Klingen aus TÜV-zertifiziertem, zu 99 % biobasiertem Material.
Durch die Verwendung biobasierter Materialien anstelle von fossilem Kunststoff reduzieren wir nicht nur unseren CO₂-Fußabdruck erheblich, sondern schaffen auch eine nachhaltige Alternative, die einen echten Mehrwert bietet.
Unser biobasiertes Material ist grundsätzlich biologisch abbaubar. Anders als viele Hersteller betonen wir diesen Punkt jedoch bewusst nicht. Denn biologische Abbaubarkeit bedeutet nicht, dass Produkte bedenkenlos in der Natur entsorgt werden können.
Um die Umwelt zu schützen, ist die korrekte Entsorgung biobasierter Produkte wichtig. Biologische Abbaubarkeit ist zwar eine positive Eigenschaft, sollte aber niemals als Einladung zum achtlosen Wegwerfen missverstanden werden.
Hinzu kommt, dass wir bewusst auf chemisch kontaminierte Gelstreifen verzichten, da diese sowohl umweltschädlich als auch gesundheitsgefährdend sind. Dennoch ist es schwierig, solche Innovationen auf den Markt zu bringen, da große Marken weiterhin den Markt dominieren und ihre Produkte mit oberflächlichem Greenwashing bewerben.
Was muss sich ändern?
Damit echte Nachhaltigkeit eine Chance hat, sind grundlegende Veränderungen notwendig:
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Strengere Standards und Tests:
Es muss klar definiert werden, welche Kriterien ein Produkt erfüllen muss, um als nachhaltig zu gelten. Unabhängige Zertifizierungen von Institutionen wie dem TÜV können hierbei Orientierung bieten und Vertrauen schaffen. -
Mehr Transparenz:
Verbraucher müssen verstehen können, was wirklich hinter einem Produkt steckt. Offene Informationen über Materialien, Lieferketten und Produktionsbedingungen sind unerlässlich. -
Raum für Innovation:
Einzelhändler und Plattformen sollten innovativen, nachhaltigen Produkten aktiv eine Chance geben. Die gängige Praxis, Produktsortimente statisch zu halten und neuen Produkten kaum oder gar keinen Platz einzuräumen, behindert Fortschritt und gefährdet den Verbraucherschutz. Flexible Regalsysteme könnten dazu beitragen, innovative Produktlösungen in größerem Umfang zu integrieren. -
Klarstellung statt leerer Versprechungen:
Unternehmen, die echte Nachhaltigkeit anstreben, müssen aufklären, nicht nur verkaufen. Verbraucher sollten verstehen, warum ein Produkt nachhaltiger ist und welchen Unterschied es machen kann.
Unser Appell: Nachhaltigkeit zum Standard machen.
Es ist höchste Zeit, den Unterschied zwischen Greenwashing und echter Nachhaltigkeit klar zu erklären. Nur so können wir nachhaltigen Konsum fördern und die Herausforderungen unserer Zeit meistern. Unternehmen, die echte Innovation und Nachhaltigkeit vorantreiben, verdienen Sichtbarkeit und Unterstützung. Nachhaltigkeit darf kein Trend bleiben – sie muss zur Norm werden.